Arzthaftungsrecht

OP Team

Haftungsfragen werden bei der Tätigkeit von Ärzten immer bedeutsamer. Deutschland verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Und doch kann es in der ärztlichen Praxis oder im Krankenhaus auch einmal zu einem Behandlungsfehler kommen.

Von einem ärztlichen Behandlungsfehler spricht man, wenn "schuldhaft vermeidbare Fehler des Arztes oder einer Klinik zu Schäden an der Gesundheit des Patienten geführt haben" . Typische Behandlungsfehler sind z.B.: eine falsche Diagnose, Ausführungen eines überflüssigen, medizinisch nicht notwendigen Eingriffs, das Zurückbleiben von Fremdkörpern bei Operationen oder eine unzureichende Aufklärung über die Risiken einer Operation.

Die Beweispflicht liegt in fast allen Fällen beim geschädigten Patienten. Das bedeutet, dass der Patient den Beweis dafür erbringen muss, dass ein Behandlungsfehler vorliegt, durch den die Gesundheit geschädigt worden ist und dass der Arzt den Gesundheitsschaden verursacht hat.

Die Streitfälle können auch außergerichtlich geregelt werden. Dies geschieht durch Korrespondenz mit den Haftpflichtversicherern der behandelnden Ärzte oder mit den Gutachter- und Schlichtungskommissionen der Ärzte- und Zahnärztekammern.

Im gerichtlichen Verfahren besteht die Möglichkeit, Klage vor dem Zivilgericht zu erheben, welche sich auf die Geltendmachung von Schadenersatz und/oder Schmerzensgeldansprüchen stützt. Desweiteren kann der Patient Strafanzeige gegen den behandelnden Arzt erstatten. Sodann ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob der Arzt aus strafrechtlicher Sicht verantwortlich gemacht werden kann. Durch eine Strafanzeige wird jedoch die Schadenregulierung verzögert, da die Beteiligten (Haftpflichtversicherer usw.) den Ausgang des Strafverfahrens abwarten werden.

Welcher Weg der geeignete ist, kann nur abhängig von den Umständen des Einzelfalles festgestellt werden. In jedem Falle sind aber Verjährungsvorschriften zu beachten.